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Ein Traineramt im Fußball zu begleiten, ganz egal welche Liga man gerade seine Heimat nennt, egal ob man im Aktiven- oder Jugendbereich tätig ist, ist in unserer heutigen Zeit eine komplexe Angelegenheit, in der man ein dickes Fell haben muss und die ständig aufkommende Kritik der Fußballprofessoren hinter der Barriere mit der geballten Faust in der Tasche erträgt. Warum tut man sich das also an? Diese Frage mit allen Facetten ordnungsgemäß zu beantworten, sprengt den Rahmen und ist am Ende nicht wichtig. Werner Orf und sein spielender Assistent Dennis Kunz (Foto) machen da keine Ausnahme und müssen Entscheidungen treffen, die mal in die eine und manchmal auch in die andere Richtung wirken, aber auch in der Relevanz für das Ergebnis manchmal über- und häufiger unterschätzt werden. Was also hat Taktik für einen Einfluss auf ein Spiel. Der Autor hat da eine klare Meinung: "eine große Wirkung", mindestens gleichzusetzen mit der Mentalität einer Mannschaft an dem jeweiligen Spieltag. Nach der ersten Saisonniederlage, ausgerechnet im Stadtderby gegen die SG RAMA zwei Tage zuvor, war es die Entscheidung die Viererkette zu verändern und den spielstarken Kunz, der gegen Schlangenbad auch noch 2 Tore beisteuerte, ins Mittelfeld zu schieben, um die spielerischen Möglichkeiten nach vorne zu multiplizieren, über die sich Werner Orf Gedanken machte und dass mit der Gewissheit, dass eine neue Abwehrreihe die Gefahr birgt, mehr Gegentore zu fangen als nötig. Das Ergebnis im Spitzenspiel gegen Schlangenbad, dass in einem Krimi 5:3 gewonnen wurde, spiegelt nichts anderes wieder, als das beschriebene Gedankengut der zu findenden Balance zwischen Abwehr und Angriff, zwischen der Arbeit gegen den Ball und dem Spiel nach vorne. Der eine Reihe weiter nach vorne beorderte Dennis Kunz war der herausragende Akteur einer Mannschaft, die in Rückstand lag und nach dem kräftezehrenden RAMA Auftritt die Grenze des Machbaren zu 100% ausgehöhlt hat. Zweimal lag man zurück, zweimal kam man wieder und was die letzten 15 Minuten anging, zeigten nicht nur, aber vor allem die Herren Pleuger, Kunz, Bingel und Kauer wie der Fußball funktioniert, so dass es den RAMA Urgesteinen Christian Bsullak und Thorsten "Sacki" Knögel vorbehalten blieb (die RAMA hatte spielfrei und was liegt da näher an den Wiesweg zu kommen), die Aufstiegshoffnungen ihrer Lieblingsmannschaft vom Berg öffentlich zu begraben und unserer Mannschaft den Respekt zu zollen, die sie an diesem Tag absolut verdiente. Die Moral stimmt, die Trainer machen einen riesen Job und die Qualität unserer Mannschaft ist und bleibt außergewöhnlich, dass ist die Gewissheit des Tages und damit kann man positiv in die Zukunft blicken.