HErnandez

Ein Fußballspiel lebt von der Spannung im Hinblick auf den Ausgang und der Beschaffenheit des Spiels. Es stellt sich dabei aber trotzdem die Frage, wie weit man die Schraube des Ertragens drehen will, bevor man dem Wahnsinn anheimfällt oder am Ende der Lohn winkt, den Mannschaften verdienen, die über alle Grenzen hinweg gehen. Beide Spiele unserer Aktiven am vergangenen Wochenende waren nicht dazu angetan, die geistige Gesundheit zu schützen, sondern es überfiel einen das ständige Gefühl der Machtlosigkeit, was starken Charakteren nicht schmeckt und trotzdem als gegebener Umstand unseres Sports hinzunehmen ist. Unsere 1. Mannschaft fährt nach der wunderbaren Leistung gegen den großen FV Biebrich im Heimspiel (2:0) als krasser Außenseiter zum Meisterschaftsanwärter Zeilsheim, steht in der Defensive gegen die hochtalentierte Frankfurter Geschwindigkeitsfußballer relativ sicher, hat die Lufthoheit in und außerhalb der Strafräume, bleibt diszipliniert tief und setzt die erforderlichen Nadelstiche gut dosiert. Als dann der wunderbare Pascal Bender, den himmlischen Patrick Veith in der Gasse der Freude wahrnimmt und durchspielt, mit dem mittlerweile bekannten Ausgang, dass dieser in der 79. Spielminute flach unten links einlocht, begannen die längsten 15 Minuten (inkl. Nachspielzeit) der Vereinsjournaille, die trotz des Versuchs einer albern anmutenden Überparteilichkeit die Contenance nicht im Griff hatte und minutenlang lautstark den Abpfiff forderte. Da es höchst unsicher wäre einen einzelnen Spieler herauszuheben, wollen wir stellvertretend unsere Allzweckwaffe Nico Hernandez (Foto) zitieren, der nach dem Spiel in die Ohrmuscheln der Zuhörer seine Sicht auf die eigenen Möglichkeiten verkündete und zwar mit der erhellenden Aussage, dass unsere Mannschaft immer bei mindestens 100% sein muss, um Spiele auf dieser Ebene gewinnen zu können. Noch nie hatte er so Recht, wie in diesem Moment. Es wäre in diesem Zusammenhang durchaus unschädlich diese Erkenntnis zu konservieren und in die Gehirnzellen jedes Einzelnen hinein zu prügeln. Gleiches gilt für unsere 2. Mannschaft, die gegen Schlangenbad ranmusste. Wir wissen nicht warum, aber in Hausen sieht die Spvgg immer gut aus. Hier wurden Jugendmannschaften Pokalsieger, die Ligaspiele werden in allen Altersbereichen dort deutlich mehr gewonnen als auf anderen Plätzen und auch diesmal gingen wir, mit einem irgendwie verdienten 3er nach Hause, den die Klärner Schützlingen souverän in der 94. Spielminute (Moser) mit 5:4 kunstvoll nach Hause schaukelten. Da blieb kein Auge und auch keine Hand trocken und trotz einer Differenz von knapp 40 Stunden zu den beschriebenen Ereignissen, werden einem immer noch die Füße kalt, der Kopf heiß und sein zweiter Vorname heißt Schnappatmung. So stehen wir aktuell und einstweilen für diesen Moment auf der Sonnenseite des Fußballlebens, freilich immer mit der Faust im Nacken, dass es auch andere Tage geben kann. Nehmen wir das als Verpflichtung dranzubleiben mit in die beginnende Trainingswoche, schnaufen wir sehr kurz durch und freuen uns auf das nächste Wochenende. Unsere Verbandsligatruppe dann wieder auswärts in Waldgirmes und die Kreisoberliga Helden in Walsdorf. Richtungsweisende Spiele – drücken wir die Daumen!

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