Emil

Die Ruhe in der Rosenstadt kehrt zurück am späten Montagabend. Das schlechte Gewissen der Redaktion drängt voran, erinnert uns massiv daran, die allwöchentliche Bilanz aufzustellen und der öffentlichen Bewertung preiszugeben, die wir entgegen dem ein oder anderen Wirtschaftsprüfungsunternehmen von Zahlungsdienstleistern, mit der erforderlichen Sorgfalt erstellen und schlussendlich uneingeschränkt testieren müssen.

Natürlich ist der Druck groß im Tagesgeschäft Fußball und die Fallhöhe explodiert mit zunehmender Spielklasse, denn nichts hat weniger Wert als die Ergebnisse der vorangegangenen Spiele, wenn gerade das letzte und vielleicht auch das vorletzte Resultat nicht der gewünschten Richtung entsprochen hat, was nicht heißen soll (oder bei manchen doch), dass Geleistetes nicht mehr Anklang fände, denn was gestern noch richtig und verheißungsvoll daherkam, wird sofort in Frage gestellt, nur weil in Sekundenbruchteilen und ein paar kleiner, aber entscheidender Fehlentscheidungen der Protagonisten aus der ersten Reihe später, alles zunichte gemacht wird,  was nach einer Aufholjagd von 0:2 doch so verheißungsvoll daherkam.  

Die 93. Minute gestern im Krimi unserer ersten Mannschaft gegen Waldgirmes war das perfideste Beispiel, welche unangenehme Verwandlung unser Lieblingssport vollziehen kann, wenn er mal einen schlechten Tag hat. Als in der 84. Minuten Nico Hernandez den umjubelten Ausgleich zum 2:2 einköpfte, waren wir uns alle nicht wirklich klar, ob wir auf Sieg spielen oder den Punkt mitnehmen sollten. Damit fehlte das Gegenpressing in der entscheidenden Spielsituation um einen langen Ball zu unterbinden, der dann unter Verkettung verschiedenster, unglücklichster Zufälle auf den Fuß vom Gästespieler Schweitzer fiel, der diesen dann sehenswert zum 2:3 einschob und brutale Fassungslosigkeit in unsere Gesichter zauberte. Nach der vorangegangenen Niederlage unter der Woche in Niedernhausen (6:4) ist von den beiden Auftaktsiegen unserer 1. Mannschaft mental nicht viel übriggeblieben und das alles vor dem Derby gegen Walluf am kommenden Mittwoch, dass beiden Seiten alles abverlangen wird.

Wir können uns jetzt zurückziehen, uns zu Tode analysieren. Wir können Selbsterfahrungsgruppen bilden oder einfach alles abschütteln, wieder daran denken, was wir zu leisten imstande sind und im nächsten Punktspiel, in der Mutter aller Rheingauer Derbys, eine Leistung zeigen, die dem gerecht wird, was unser Trainer Thorsten Becht vorlebt und zurecht einfordert. Nichts anderes erwarten wir.

Fast alles andere herausragend am Wochenende. Unsere Jugendteams in den Gruppenligen waren dreimal im Einsatz und holten 9 Punkte. D I schlägt Orlen mit 1:0, C I gewinnt direkt im Anschluss gegen die freien Turner aus Wiesbaden mit 3:1 und unsere B I setzt auswärts gegen den gleichen Gegner ein 5:2. Läuft! C II am Sonntagmorgen in Orlen, mit 3 D-Jugendlichen im Gepäck, spielt die CII vom Zugmantel an die Wand und gewinnt locker und leicht mit 3:0. Davor die ersten Punkte unserer D III gegen Kiedrich II mit einem sagenhaften 4:2 und dem sehenswerten Einstand von Trainer Benjamin Garnell als hauptverantwortlichen Übungsleiter an der Außenlinie. Unsere D II schickt Idstein mit 8:0 nach Hause. Dazu schafft unsere KOL Truppe ein 1:0 gegen Laufenselden und steht nach dem Auswärtssieg in Geisenheim unter der Woche auf Platz 3. Als krönenden Abschluss durften wir das 3:2 unserer 3. Mannschaft gegen Lorch II bestaunen, die uns mit ihrem attraktiven Offensivfeuerwerk begeistern und nach 3 Spielen mit 9 Punkten wirklich oben angreifen.

Was will man denn mehr und die sehr unglücklichen Niederlagen unserer E I in Bleidenstadt mit 3:4, unserer C III gegen Taunusstein II mit 0:2 und unserer B II in Orlen (das Endergebnis haben wir irgendwie vergessen) schmälern nicht dem extrem guten Gesamteindruck, den wir einmal mehr hinterlassen haben. Sind wir am Ende doch gut? Nein sind wir nicht, wir sind überragend (!) und wenn es unwahrscheinlicher Weise irgendjemanden gäbe, der uns mit seiner differenzierten Meinung den Nerv rauben wollen würde, dann hätte dieser sogenannte Mensch ein derart bedeutendes Alleinstellungsmerkmal, das ihn befähigte den sagenhaften FC Schalke 04 am Freitag in einer stabilen Grundordnung gesehen zu haben.

Seien wir glücklich. Erfreuen wir uns an unser aller Lieblingsprojekt, den Zwergen. Sind wir doch froh, dass Torsten Schnabel am Mittwoch wieder bei seinen Freunden zu Gast ist. Denken wir an unsere vielen Mannschaften und die dazugehörigen Protagonisten jeden Alters und unsere Trainer. Verzeihen wir uns doch auch mal selbst und sehen auch mal ein (das schreibt er jetzt nicht wirklich), dass es manchmal auch nötig sein kann, auch dem Gegner mal zu gratulieren.

Dass musste jetzt mal raus und die Betonung liegt auf manchmal, nicht falsch deuten liebe Fans der Spvgg Eltville 😊. Unser Verein ist auf dem Weg weiter zu denken und immer weiter zu gehen. Es ist ein Geflecht von Menschen und deren Vorlieben, auf das wir alle stolz sein können, denn egal wann wir wohin schauen, egal in welcher Ecke wir stehen, der Blickwinkel ist klar und die Spvgg mit all ihren vielen Stärken und den paar klitzekleine Schwächen, ist das was sie ist .... eine riesengroße Leidenschaft.

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