Gestern, am Freitag den 12.09.2015 war die absolute Hölle los am Wiesweg und das aus verschiedenen Gründen. Die Jugendmannschaften machten Ihre Photos für die Website, doch das überwiegende Thema an diesem Abend war der drohende (und fast perfekte) Punktabzug für unserer 1. Mannschaft aus dem klar gewonnenen Heimspiel gegen Aarbergen, da ein Spieler dessen Spielberechtigung online vorhanden, aber das Dokument physisch noch nicht bei uns war, seinen Personalausweis vergessen hat. Diesen hätte er bis 30 Minuten nach dem Spiel vorlegen müssen und wurde versäumt, bzw. vom Schiedsrichter halbgar kommuniziert. Ehemalige und aktive Spieler und Spielerinnen wissen, dass Kommunikation 5 Minuten vor dem Spiel mit dem Schiedsrichter zwecks Passkontrolle kein Feuerwerk der Lyrik beinhaltet und das man schon fokussiert und etwas abwesend dem Treiben eher mit dem siebten und in unserem Fall mit dem achten Sinne wahrnimmt. Nichts desto Trotz wird so ein Vergehen, ab dieser Saison mit dem Verlust der Punkte bestraft (vorher konnte man den Ausweis nachreichen). Dazu gibt es vom Verband ein reichhaltiges erweitertes Portfolio an Geldstrafen für alles und nichts.

Das Email Postfach unseres Vereins ist voll davon und man verliert den Überblick. Es passt und das ist ein delikates Thema, absolut ins Bild unserer Gesellschaft, dass wir alles nur noch verurteilen wollen und am besten den Pranger wieder rausholen. So gehts es auch den Funktionären unseres Verbandes, die im guten Glauben weit über das Ziel hinaus schießen und gar nicht merken, wer sich hier heute noch ins Abseits stellt, aber und das ist ja gewollt, irgendwann wird es der Konsens der Mitte sein, dass das "Vergehen" seinen Personalausweis vergessen zu haben schwer wiegt und man unbedingt 3 sportlich erworbene Punkte wieder abziehen muss und somit die Entscheidung im Abstiegs- und Aufstiegskampf massiv beeinflusst. Nochmals - der Fehler liegt auf unserer Seite - das hätte nicht passieren dürfen. Die Änderung wurde vom Verband kommuniziert und das schriftlich und mündlich. Die Funktionäre, die weitestgehend (wie wir) im Ehrenamt engagiert sind, vergessen allerdings den Wert des Spiels und wollen uns mit Gewalt exzessiv erziehen, mit drakonischen Strafen. Es wird Ihnen auf Dauer auch gelingen. So mechanisch wird dann aber auch unser Vereinsleben, werden die Trainingseinheiten und die Spiele selbst ablaufen. Eltern müssen diese ja auch mittlerweile hinter der Absperrungen anschauen, wenn die Kicker das Leder jagen. Die Opas bleiben lieber gleich zuhause, sie können ihre Enkel, bei der großen Entfernung zum Spielfeld, nicht mehr sehen. Bei uns auf dem Sportplatz sind auf der Tartanbahn nicht mal mehr kleine Dreiräder erlaubt, auch keine Rollatoren, deshalb kann Opa darauf vertrauen, dass er nicht alleine zuhause sitzt und Oma das Haus ebenfalls nicht verlässt. Die beiden können sich aber beruhigt auf die Schulter klopfen, wissen sie doch das der Enkel mittlerweile unter Reinraumbedingungen am Wiesweg kicken kann. In der letzten Saison haben wir eine Mutter mit dem Kinderwagen nicht auf den Sportplatz gelassen, da wir schon selbst nicht mehr wussten, das überhaupt noch etwas erlaubt ist (Kinderwagen natürlich nur auf dem Rundweg). Man kommt sich vor, wie bei dem einstimmigen Beschluss Griechenland den Euro zu geben und will sich an den Kopf schlagen, aber die Hand greift ins Leere. Macht so weiter, ihr werdet es schaffen und wir werden es nicht mal mehr bemerken, weil wir dann genauso abgestumpft sind und uns an unseren Regeln hochziehen. Irgendwann wird alles ausgeregelt sein, dann wird es gefährlich. George Orwell lässt grüßen. Früher hätte man gesagt, dass man 5 mal grade sein lassen sollte. Die jungen Menschen wissen mit diesem Sprichwort (bis auf ein paar Ausnahmen) nichts mehr anzufangen, sollte uns irgendwie zu denken geben.