pokal

Wenn man kurz vor Ende eines Pokalfinales 2:1 in Führung liegt und der Gegner einen Freistoß aus aussichtsreicher Position zugesprochen bekommt, gehen bei einem Fußballer alle Alarmglocken an und das Überstehen dieser Situation wird zum Lebensinhalt. In der Mauer, die im eigenen Strafraum steht, herrscht das blanke Entsetzen und trotzdem bleibt ein Funken Hoffnung übrig, dass es irgendwie funktioniert. So geschehen am Donnerstag in der 86. Spielminute gegen Wallrabenstein. Der Ball segelt über Freund und Feind hinweg, man ist sich in diesem Moment als Akteur sicher, dass der nicht nur gut geschossen ist, sondern auch das Potential hat einem - erstmal - alles kaputt zu machen. Die letzte Hoffnung in diesen Sekundenbruchteilen des Entsetzens ist der eigene Torwart. Unser Keeper David Jung wehrte einen nahezu unhaltbaren Freistoß an die Latte, von der das Spielgerät seinen Weg zurück in den Fünfmeterraum fand, vor die Füsse eines Mannes dessen Körper das Eltviller Trikot leider nicht schmückt und der mutterseelenallein alle Karten in der Hand hält, um die Kugel zu versenken. In diesem Moment schaltet man irgendwie ab, der Geist gefriert, schläft ein und nimmt das ganze nur noch in einer Art Trance war, sonst wäre man ja vielleicht auch mitgelaufen und dann geschieht das unfassbare, ein kompletter Blackout des Kollegen aus Wallrabenstein vor dem leeren Tor. Das pure Adrenalin schießt in den Körper ein und erzeugt Gänsehaut. Es war die Schlüsselzene in einem Spiel, in dem die stärkere Mannschaft auf jeden Fall verdient, den Pott an den Wiesweg holt. Zwei überragende Tore von Feldhaus in der zweiten Halbzeit, ein völligst unnötiger Gegentreffer über unsere rechte Seite dagegen, den Gegner wieder stark gemacht und als die Fans und das Team sich auf eine letzte Abwehrschlacht vorbereiteten, machte Erik Lederer höchst persönlich den entscheidenden Treffer zum 3:1, bevor Tim Goslar nach einem Eckball über Gebühr das 4:1 erzielte. Ein Ausrufezeichen unserer Mannschaft in der Region, die uns als Verein im Ganzen gut zu Gesicht steht. Ein Sieg auch des Umgangs der Mannschaft untereinander, der allen und vor allem den Spielern immer besser gefällt und in dessen Konsequenz es eine große Chance darstellt, die Relegation zur Gruppenliga zu erreichen, denn am Ende ist der vorne, der zum Schluss die größten Reserven aufzuweisen hat. Noch 4 Spiele, am kommenden Sonntag das Derby gegen Kiedrich, dass auf keinen Fall leicht wird, denn die kommen ohne Druck vom Berg herunter und werden alles reinwerfen, um der Spielverderber zu sein. Pokalsieger 2015/2016 macht sich gut und in der Überlegung der Widmung dieses Sieges fallen einem viele Namen ein. Da wäre der zweifache Torschütze Feldhaus vielleicht oder David Jung. Den Trainer können wir außen vor lassen, der hat sowieso schon genug gewonnen in seiner Laufbahn. Nein, wir wollen diesen Sieg demjenigen widmen, den man als treusten Fan unbedingt bezeichnen muss und der wie kein anderer sich bei diesen Siegen freut und genauso leidet, wenn das Ergebnis dem Wunschdenken mal wiederstrebt – Vaso Kacavenda Dir wollen wir diesen Sieg widmen, denn Du bist unserem Verein und dieser Mannschaft verbunden wie kein Zweiter. Danke, dass Du da bist.