Das Wunder von Orlen

Ein unvergesslicher Sonntag sollte die Buben in Orlen erwarten. Kurz vor Schluss noch in aussichtsloser Situation, dreht Eltville das Spiel in den letzten vier Minuten. Die Brüder Patrick und Mirko Füll avancieren zu den Matchwinnern der Partie.


Kurz nach dem Abpfiff war Sven Klärner außer sich vor Freude und wird sich wohl gedacht haben: „Solch ein Spiel erlebt man nicht oft und wird es noch lange im Kopf behalten“.  Dies oder so ähnlich werden sich auch die meisten Zuschauer in Orlen gedacht haben. Erst kurz zuvor endete die rasante Partie der beiden Resis und so kamen die Zuschauer kaum zum Luftschnappen als bereits der nächste Leckerbissen auf sie wartete. Eine erste Halbzeit, die bereit alles bereit hielt. Chancen hüben wie drüben, eine schnelle Führung nach einem Überlauf, wie man im Handball sagen würde, durch Chrissie Junglas ins kurze Eck. Im Gegenzug der wohl zum „Tor des Jahres“ avancierende Fallrückzieher der Hausherren und mehrfach tolle Paraden der Torhüter auf beiden Seiten. In bestechender Form war an diesem Tag der für den immer noch verletzten David Jung spielende Hans Rott im Tor der Rosenstädter. Ein ums andere Mal verhinderte er, dass die Eltviller in dieser Phase des Spiels neben dem Ausgleich nicht noch zwei oder gar drei Gegentore mehr kassierten.
In der zweiten Halbzeit zeigten bedauerlicherweise beide Teams ein etwas schwächeres Gesicht. Das Spiel plätscherte bis zu der Schlussviertelstunde  vor sich hin. Einzig erwähnenswert blieb, dass sich M.Füll zu diesem Zeitpunkt bereits die Rippe geprellt hatte aufgrund dessen ausgewechselt werden wollte. Klärner jedoch ließ den offensiven Mittelfeldmann bis zur letzten Minute auf dem Feld, eine weise Entscheidung, wie sich noch rausstellen sollte. Die letzte Viertelstunde begann weitaus weniger erfreulich für die Buben, denn sie fingen in der 80. Minute den 1:2 Gegentreffer.  In dieser Situation sah die Eltviller Abwehr nicht gut aus. Die Fehlerkette begann auf der linken Abwehrseite bei Hannes Illner, statt Gegner oder Ball zu feuern, grätsche er ins Leere, sodass die Orlener leichtes Spiel hatten die drei gegen zwei Situation auszuspielen. Till Kopplow bewegte sich zu früh aus der Zentrale und verlor dabei seinen Gegenspieler aus den Augen. Der Ball fand seinen Abnehmer in genau diesem Spieler. Aus 8 Metern ließ er diesmal Hans Rott keine Chance.
Der Treffer tat dem Spiel nochmal gut. Großchancen auf beiden Seiten, die zum einen bei den Eltvillern die Latte als Abnehmer fand und bei den Orlener freistehend vor unserem Torwart den Pfosten. Für Klärner schien die Partie schon gelaufen „Da geht heute nichts mehr“. Jedoch sollten die Buben ihn eines besseren belehren. Nach einem Freistoß aus halbrechter Position brachte Patrick Füll den Ball mit Zug zum Tor, Till Kopplow brauchte nur noch sein Köpfchen hinzuhalten um den Ausgleich zu erzielen. Nachdem der Schiedsrichter bereits die Nachspielzeit angezeigt hatte, eine ähnliche Situation zum Ausgleichtreffer. Freistoß diesmal allerdings aus halblinker Position, Kopfball von Hannes Illner, den der Torhüter nur leicht zur Seite abwehren konnte. Dort stand es dann wieder unser sogenanntes Phantom A.Günther, der diesmal allerdings uneigennützig quer an den langen Pfosten legte, wo der Matchwinner Mirko Füll aus 2 Metern kein Problem mehr hatte das 3:2 Siegtor zu erzielen. Dies war dann auch die letzte Szene des Spiels. Herauszuheben ist neben den beiden Fülls auch unser Mittelfeldstratege Nico Gerhard, dem man es anmerkte gegen seinen Ex-Verein zu punkten. In den wichtigen Situation pushte er seine Mannschaft und bewies ein ums andere mal seine Führungsqualitäten.

Fazit: Ein Team das solche Spiele noch gewinnt ist alles zuzutrauen. Selbst ein Sieg gegen den Tabellendritten aus Geisenheim. Bleibt zu hoffen, dass die Siegesserie von nunmehr zwei Spielen in Folge ausgebaut werden kann und die Eltville Anschluss an die oberen Plätze finden.

 


Aufstellung: Rott, Illner, Bender (35. P.Füll), Junglas, Movagharnia, Reichelt, Gerhard, Günther (90.Droste), Pnischeck, M.Füll, Kopplow