In der D-Jugend gibt es ganze 4 Gruppenligen in Hessen, da ist es schon etwas Besonderes, auf diesem Niveau auflaufen zu dürfen. Es fühlt sich irgendwie anders an, wenn man in der Gruppenliga spielt, oder war es nur der dichten und raueren Atmosphäre der Kasteler Sportanlage geschuldet? Wir sind uns unsicher und wollen zusteuernd auf die abschließende Gewissheit noch abwarten, wie die nächsten Spiele verlaufen. Dichtgedrängt standen die Zuschauer an der auf 50 Meter Breite eingerückten Spielfläche und sahen im ersten Spielabschnitt unseren 2003er Jahrgang agieren, als wären diese wunderbar in die Runde gestartet und tief in der Saison, vertrauensmäßig ausgestattet mit vielen Siegen und noch mehr brachialen Trainingseinheiten im Gepäck usw. Nein, so war es natürlich nicht. Die Mannschaft konnte auf Grund der Ferien logischerweise nicht zusammen trainieren. Die Grundfitness kann nicht da sein, das merkte man dann auch z. B. beim Schlüsselspieler Haxhosaij, der noch nicht in Form ist - wie soll er das auch, wenn er direkt aus dem Urlaub auf den Platz kommt. Trotz allem und zurück zum Thema, unsere Mannschaft spielte in Halbzeit 1 konsequent gut gegen den Ball und ließ nicht wirklich Torchancen zu.

Mit dem Ball allerdings zeigten unsere Spieler, dass sie einfach gute Fußballer sind, denn die Murmel lief durch die eigenen Reihen trotz des ungewohnt kleinen Feldes, dass es durchaus Freude machte, dem Treiben zuzuschauen. So fielen auch zwangsläufig die überragend herausgespielten Tore durch die üblichen Verdächtigen Erdinli und Will. Dass sich allerdings ein Noah Schlosser mit einer Torschussflanke von der halbrechten Seite über den Torwart ins Dreieck in das erlesene Gästebuch der Torschützen eintragen durfte, ist außergewöhnlich und ließ Papa Patrick sich selbst wie ein Pfau aufrichten und während des kompletten Spiels inkl. der Halbzeit nicht mehr ausatmen, so stolz kann man sein auf einen Sohn, der die Freude gegnerischer linker Flügelspieler auf den samstäglichen Kick nicht das erste mal zunichte gemacht hat. Nach der Halbzeit drückten die Gastgeber, angefeuert von einer euphorisierten Schar an Supportern auf den Ausgleich ohne nennenswert etwas gegen tief stehende Eltviller zu erreichen, bis zu einem Zweikampf vor dem 16er, den der Schiedsrichter in das Innere des magischen Vierecks verlegte und dieser Elfmeter war es, nach dessen Verwandlung zum 1:3 natürlicherweise der Glaube in Kastel auf eine Aufholjagd wuchs und bei der es normal ist, dass man als Auswärtsmannschaft anfängt, darüber nachzudenken, dass man ein Spiel noch aus der Hand geben kann. Wieder per Fehlentscheidung leitete der Schiedsrichter das zweite Tor ein, in dem er ein Handspiel gesehen haben will und auf Freistoß entschied und 8 Minuten vor dem Ende stand es auf einmal 2:3 und man konnte sich Sorgen machen. Brauchte man letztlich nicht, denn die nächste schiedsrichterliche Falschbewertung auf der anderen Seite ließ nicht lange auf sich warten und gewährte uns einen Freistoß, den Tolga Erdinli dermaßen unter die Latte schweißte, dass es einen Fußballhistoriker fachlich ausgereiften Schlages dazu bewegte, einen Vergleich zwischen diesem Erdinli und Soren Lerby (1983-1986 in der Bundesliga) zu ziehen, die sich in Schussstärke, auf Altersniveau abgezinst, nichts nachstehen. Danach war es fertig, gegessen und der erste Sieg in der Gruppenliga stand fest. Trainer Orf hat auf Grund der schwächeren zweiten Halbzeit jetzt genügend Gründe, die Jungs im Training zu scheuchen und wer ihn kennt, der kann erahnen, was diese Woche auf dem Programm steht. Das nächste Spiel in der Gruppenliga findet am kommenden Samstag um 15.00 Uhr statt. Dann kommt kein Geringerer als der SV Wehen zu uns an den Wiesweg, so dass wir die Erstürmung des selben von den Fans dringend erwarten.