WolleNatürlich dreht sich die Welt ständig in eine andere Richtung und beim Fortschreiten der Zeit werden Errungenschaften, die in der Leistungsbereitschaft des einzelnen Menschen begründet liegen, gerne vergessen. So ist es natürlich auch im Vereinsleben. Keinem Menschen, der sich auf dem Gebiet des Ehrenamtes bewegt, wird nach seinem Ausscheiden aus einer Funktion in irgendeiner Form ein Denkmal gesetzt und doch wird die Ausfüllung der unterschiedlichsten Aufgaben in dieser Gesellschaft der Fußballverrückten begleitet mit mehr Freude als Tränen über das was man zum Gemeinwohl beitragen kann. Am Freitag Mittag erreichte mich - ohne Vorwarnung - die Nachricht, dass unser langjähriger Jugendleiter, Trainer und Betreuer Wolfgang Jung verstorben ist. Mit Wolfgang "Wolle" Jung verband mich eine sehr spezielle Verbindung. Er war mein erster Trainer in der E Jugend und sortierte mich in der D-Jugend in die 2. Mannschaft aus. In der B-Jugend waren wir dann wieder zusammen und Werner Orf übernahm dort 1986 das Traineramt und wurde somit mein persönlicher sportlicher Glücksbringer. Wolfgang blieb Betreuer. Das machte auch Sinn, so spielte ich doch gemeinsam, unter anderem mit seinem Sohn Reinhard im Mittelfeld einer ganz ausgezeichneten Mannschaft. Die vorrübergehende Abschiebung in die 2. Mannschaft hat dem Verhältnis Jung/Lang nur temporär geschadet, da ich zurückgekehrt, auch im Alter von 16 Jahren einen hohen Respekt vor der Leistung dieses umtriebigen Menschen entwickeln konnte und mir auch in diesen jungen Jahren klar war, dass genau diese Eigenschaften der Disziplin und Zielverfolgung nötig sind, um Dinge wirklich und nachhaltig zu bewegen.

Wolfgang arbeitete als Jugendleiter bis spät in die Nacht, war in der nicht digitalisierten Welt immer in der Lage den Spielplan im Kopf zu behalten und die Trainingszeiten zu steuern. Er schaffte es, alle Jugendmannschaften in der heutigen Gruppenliga zu etablieren. Ein Ziel von dem wir in diesen Tagen noch meilenweit entfernt sind. Als Spieler war er ein ganz Großer bei Germania Wiesbaden in der Regionalliga. Obwohl wir beide unsere Differenzen hatten, ermutigte mich Wolfgang Jung mit sagenhaften 19 Jahren eine C-Jugend als Trainer zu übernehmen. Das werde ich ihm nie vergessen, war das doch einer der Bausteine in meinem Leben, der mich lehrte Verantwortung zu übernehmen und sich durchzusetzen. Fußball war sein Leben, mehr als bei jedem anderen, dem ich in meinem Leben begegnen durfte. Ich meine es absolut ernst wenn ich sage, dass die Herren Orf und Lang Chorknaben gegen das sind, was Wolfgang dem Verein gegeben hat. Als ich in einem Hallenturnier der Aktiven, eine nicht alltägliche Torvorlage (im Trikot der SG Rama) beisteuerte, kam er mit strahlenden Augen zu mir und sprach von einem "Eltviller" Pass, den er da gesehen habe und er war minutenlang nicht zu beruhigen, so dass mir damals klar wurde, welche hochwertige fußballerische Ausbildung wir Jugendspieler in unserem Verein genießen durften. Auch dafür Danke Wolfgang. Heute spielt sein Enkel Luca in unserem Verein, so dass ein Stück von ihm bleibt. Damit verbunden treibt auch Sohnemann Reinhard wieder sein Unwesen am Wiesweg und es kommt einem der Gedanke nach dem circle of life, der auch hier wieder Einzug gehalten hat in unser Leben und uns daran erinnert, das sich die Welt immer weiter dreht.  Ich wünsche Euch - dem Rest der Familie - überragend viel Kraft in der kommenden schweren Zeit. In tiefem Respekt vor Eurem Ehegatten, Vater und Opa will ich damit abschließen und bleibe zurück in meinen Gedanken an einen ganz besonderen Menschen. Die Trauerfeier findet am kommenden Montag, den 05.12.2016 um 14.00 Uhr auf dem Eltviller Friedhof in der Trauerhalle statt.

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