Dielmann

"Was wäre gewesen, wenn" zählt in unserem Sport nichts und das ist für die Betroffenen mal auf der Aktiv oder der Passivseite der Bilanz zu verbuchen. Nach einer desaströsen und unwirklich anmutenden ersten Halbzeit in Neuenhain, bei der man mit dem 0:1 gut bedient war, fehlte einem die Phantasie auf einen positiven Spielausgang und doch ist unsere Mannschaft unberechenbar. Leider auch manchmal für die Fans, den Trainer und sich selbst. Das Eingangs verwendete Wortspiel passte wie die Faust auf das berühmte Auge, denn in der 41. Minute verletzte sich der Abwehrchef der Gastgeber Sven Peschel, ohne einwirken eines Gegenspielers, derart, dass er mit dem Krankenwagen abgeholt werden musste. Peschel war bis zu diesem Zeitpunkt Dreh- und Angelpunkt des Spiels und sorgte für Stabilität. Wenn es also so gewesen wäre, dass der beste Spieler der Neuenhainer nicht im Kunstrasen festgesteckt hätte, könnte man dann vortrefflich spekulieren, ob unsere Mannschaft derart comebackfähig sein könnte. Es wird sich nicht klären lassen und deshalb ist das Verharren in Möglichkeitsdiagnosen müßig und wenig zielgerichtet. Fakt ist, dass nach der Einwechselung von Könenberg zur Halbzeit und grundsätzlich einer offensiveren Ausrichtung, das Spiel deutlich flüssiger würde und sich eine Vielzahlt von Torchancen ergab. Eine davon nutzte der wieder einmal herausragend aufspielende Kauer in Minute 55 zum 1:1. Den Sieg machte Wundertrainer Orf dann gewissermaßen selbst perfekt, als er Marlon Klärner in der 70. Spielminute einwechselte und ihm im Spiel schon mitteilte, wie er denn den Siegtreffer in Minute 81 zu schießen habe. Es sind diese besonderen Momente für einen Trainer, wenn er einem Kicker etwas mit auf den Weg gibt und es dann auch noch umgesetzt wird. Warum schreibt man darüber? Ganz einfach aus dem Grund der seltenen Ausprägung dieses Vorgangs. Als Klärner von halblinks in den Strafraum eindrang, nach rechts wegtauchte und dann den Ball ins rechte obere Eck zirkelte, fühlten sich nicht wenige an die Heldentaten seines Vaters in früheren Jahren erinnert, nur dass dieser mit seinem linken Feuerhaken, den Treffer spiegelverkehrt hätte schießen müssen. Danach war der Bann gebrochen und das Spiel souverän nach Hause geschaukelt. Ausruhen kann man sich da sicherlich nicht, es sind nur 2 Punkte bis zum Abstieg und am Sonntag um 15.00 Uhr kommt Hellas Schierstein an den Wiesweg. Noch einer der vielen Mitkonkurrenten um die 6 verhassten Plätze, die keiner haben will und die schnurstracks in die jeweilige Kreisoberliga führen. Zu erwähnen neben Matchwinner Klärner ist unser Torhüter Mavin Dielmann, der einmal mehr den verletzten Kokorsch fehlerlos vertrat und auf dessen Schultern in den nächsten Wochen ein ganz besonderere Aufgabe wartet. Die Diagnose unserem Stammkeepers ist niederschmetternd .... Kreuzbandriss. Damit alles Gute an den Neuenhainer Peschel und natürlich an unseren Felix. Am Sonntag irgendwie 3 Punkte holen und dann sind wir nicht mehr weit weg vom dem Ziel, diese "Todesliga" mit 6 Absteigern zu halten. Das Bild zeigt die Matchwinner Dielmann und Klärner. Im Hintergrund Fabian Schlosser.