Fredattack

Was unsere Aktiven bisher in der Verbandsliga Hessen Mitte geleistet haben (9 Spiele – 16 Punkte – Platz 8) ist besonders, fühlt sich auch so an und zeigt uns aktuell, dass wir in der zweithöchsten hessischen Fußballliga mithalten können.

Trotzdem brauchen wir das wachsame Auge einer realistischen Einordnung, das uns helfen wird, aus dem Dschungel der Informationen diese zu picken, die es wert sind, darüber zu verhandeln und die wir nach einer intensiven Durchleuchtung des eigenen Hauptes letztlich dem Leser vorstellen können.

Zu den Fakten:

Das Spiel am vergangenen Sonntag, dass wir am Ende mit 7:0 für uns entschieden, war und wenn man alle Chancen zusammennimmt, alles andere als ein Spaziergang, denn der RSV Weyer hatte bis zum Führungstreffer durch Patti Veith, insgesamt 5 hochkarätigste Chancen liegenlassen, die Torhüter Freddy Kaiser alle zunichtemachte. Die restlichen 4 Siege in der Liga wurden entweder sehr spät oder in der Nachspielzeit festgemacht.

Bei den Niederlagen in Waldbrunn und Biebrich hatten wir gute Phasen, aber letztlich gab es zu wenig Gegenwehr über 90 Minuten. Einzig bei der Niederlage in Langenaubach hatte das Spielglück, nach exzellenter zweiter Halbzeit, kein Mitgefühl mit unserer ersten Mannschaft. Das Saisoneröffnungsspiel gegen TuBa Pohlheim (1:1) kann im Rückspiegel als Erfolg gewertet werden, die stehen auf Platz 2 der Tabelle mit richtig Zug nach oben.

Nun stellt sich die Frage nach der Qualität und Mentalität der Mannschaft.

Die Frage nach der Mentalität kann sich nicht ernsthaft stellen, denn als Chefcomebacker der Liga, können wir da einen großen Haken machen. Die Mannschaft ist top intakt und es macht sich bezahlt, dass wir bei den Verpflichtungen der letzten Jahre, neben der nötigen Qualität, immer auch im Auge hatten, ob der Spieler denn auch in das bestehende Umfeld passt. Mentalitätsnote: 1.

Dazu haben die „altgedienten“ und trotzdem noch sehr jungen Spieler wie z.B. Marvin Kauer (23), Kapitän Julian Vogler (22), Tim Goslar (23), Marlon Klärner (23), Yannik Gödel (23) die nächsten Schritte für sich gemacht und können der Mannschaft heute deutlich mehr helfen, als zu der Zeit als wir sie frisch von der A-Jugend auf das Feld gestellt haben. Im Sommer 2018 und nach dem Aufstieg, hatten wir sicherlich ein goldenes Händchen mit unseren Neuverpflichtungen Pascal Bender, Jonas Feldhaus, Ali Naghsh, Niklas Orth, Jayson Royo, Janni Steinmetz, Patrick Veith und dem Fußballweisen Thorsten Becht als verantwortlichen Trainer, mit dem Co-Trainer Pascal Bender (Danke an Christian Lang der das möglich machte). Im Winter dann die Rückholaktion von Marvin Kauer aus der Hessenliga und die Verpflichtung von Paul Schmidt aus Verbandsliga Südwest. Der Durchmarsch als Aufsteiger aus der Gruppenliga in die Verbandsliga dann ein Fußballmärchen.

Frühzeitig die Weichen für die neue Saison gestellt, wieder auf jugendliche Qualität geachtet und mit Patrik Göttert (20), Nico Hernandez (23), Lucas Keutmann (22), Marcel Krabler (22), Leopold Krey (20) Max Schönleber (18) herausragende Talente verpflichtet, die sich jetzt nach und nach beweisen müssen und auch schon haben, dass sie Verbandsliga können. Im Hintergrund schwebt noch Sven Deider, der sich leider in der Vorbereitung verletzte und aktuell nicht zur Verfügung steht.

So gehen wir die Mannschaftsteile durch und machen eine Bestandsaufnahme, die sich bekanntermaßen im Fußball schnell ändern kann.

Im Tor hat sich Frederic Kaiser (Foto) gegen extrem starke Konkurrenz von David Jung und Patrick Göttert durchgesetzt. Frederic, der sich aktuell in der Form seines Lebens befindet und statistisch bei 4 Einsätzen von Beginn an, die maximale Ausbeute von 12 Punkte holte. Derzeit ist er vorne bei den Torhütern und der Spieler der Stunde. Seine Leistungen in den letzten Spielen, mit dem absoluten Höhepunkt in Weyer hatten extraterrestrische Züge, die sich eingebrannt haben. Die Wahl zum Spieler des Monats September ist entschieden, bevor sie überhaupt begonnen hat. Glückwunsch Freddy für diese Leitung. Schulnote 1+.

In der Abwehr bekommt Thorsten Becht langsam die Qual der Wahl, die ein Trainer auch will, ihm aber auch um den Schlaf bringen kann. Derzeit laboriert der Startrainer mit Nico Hernandez auf der rechten Bahn. Das Spiel der gelernte Innenverteidiger herausragend gut, so dass wir hier aktuell keine Veränderung sehen, bis Simon Wüst zurückkommt oder Jayson Royo so viel Druck gibt, dass der Trainer ihn stellen muss. Nehmen wir Hernandez als IV gedanklich raus, bleiben für zwei Positionen, aktuell drei Qualitätsspieler mit Tim Goslar, der eine großartige Saison spielt, Marcel Krabler (wieder fit) und Strategenaltmeister Ali Naghsh. Da will man nicht in des Trainers Haut stecken. Auf der linken Abwehrseite hat sich Neuzugang Lucas Keutmann festgespielt. Trainer Becht scheint noch nicht ganz zufrieden mit seiner letzten Linie zu sein, aber das kann ein Perfektionist wie er, sowieso nicht. Stand heute: Schulnote 3+.

Im Mittelfeld sind die Außenbahnen immer ein Thema. Da wird öfters rotiert und die Mannschaft verfügt dort mit Klärner, Gödel, Schlosser, Krey, Bretelle, Schmidt und bald auch wieder mit Janni Steinmetz über Möglichkeiten der Variation. Noch hat sich keiner der Protagonisten absolut unverzichtbar gemacht, so dass wir hier in der Mannschaft das größte Überraschungspotential haben.  In der Zentrale sind aktuell die Herren Vogler und Kauer gesetzt. Hier wird es spannend, wenn Christopher Bingel in Kürze zurückkehrt, denn die erfahrene Zweikampfmaschine wird sicherlich um seinen Platz zu kämpfen wissen und Druck machen. In Weyer zeigte unsere mittlere Linie in der letzten halben Stunde herausragenden Fußball mit wunderbaren Kombinationen und einer Abgeklärtheit, die uns glücklich machte. Trotz allem bleibt das Gefühl einer Steigerungsmöglichkeit in diesem Mannschaftsteils. Daher ebenfalls eine 3+ mit positiver Tendenz.

Prunkstück der Mannschaft ist der Angriff mit Pascal Bender und Patrick Veith, die wenn sie verletzungsfrei bleiben, klar gesetzt sind. Um die beiden Ausnahmekönner beneidet uns die Region. Qualität ohne Ende und wieder einmal wird klar, dass derjenige der solche Ausnahmekönner aufbieten kann, letztlich auch gute Chancen haben wird, die Klasse zu halten. Es bleibt nur die einzige mögliche Bewertung abzugeben, eine glatte 1 und möge uns der Fußballgott die beiden noch lange erhalten. Das sind die sogenannten Unterschiedsspieler, an denen sich vor allem die junge Garde aufrichten kann, bis sie zum Zuge kommen wird und für die man als Kollege gegen den Ball auch das ein oder andere Loch gerne stopft, in dem Wissen, das nach Eroberung der Kugel die Post abgeht.

Jedes Spiel auf diesem Niveau ist eng, alles kann passieren für oder gegen uns. Am Ende ist es der Wille, der entscheidet, die Einstellung steht damit letztlich (wie immer) im Fokus. Das wissen die Spieler und man hat das Gefühl, dass diese Mannschaft weiterhin eine gute Rolle in der Verbandsliga spielen kann. Am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen den FV 09 Breidenbrach (15:00) wird wieder alles abgeprüft werden. Unser detailversessender Trainer wird sich Gedanken machen und für Überraschungen ist er immer gut, so dass wir gespannt auf das nächste Highlight schauen, dass unserer Analyse vielleicht entgegensprechen wird oder auch nicht – mehr Spannung geht nicht. Viel Glück Jungs!

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